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Vielleicht schaffen wir es ja, eine neue ADAM-und-EVA-Truppe auf die Beine zu stellen? Zum Beispiel für einen Kontakt nach Belgien? Die belgischen AFSerinnen sind eigentlich immer auf der Suche nach einer Partnergruppe in Europa.

Bei Interesse bitte melden bei Birgit (siehe Kontakt)!

Was ist das ADAM- und EVA-Programm?

Die Idee, nicht nur Jugendlichen, sondern auch Älteren im AFS die Möglichkeit zu geben, mal in fremde Töpfe zu schauen und ein anderes Land sozusagen von innen heraus kennen zu lernen, ist noch nicht so alt und das vorerst inoffizielle EVA+ADAM-Programm steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. In Belgien dagegen gibt es schon seit 15 Jahren fast ausschließlich Müttergruppen, die mittlerweile ganz AFS-Europa bereist haben. Dort nennt sich das Programm EVA = Europa voor Allen (" Europa für alle"). Wir AEltere (so nennt sich die Arbeitsgruppe der älteren AFS-Mitarbeiter in Deutschland) haben im vorigen Jahr aber beschlossen, auch ADAMs die Möglichkeit zur Teilnahme zu geben und den Programmnamen zu erweitern.

Was beinhaltet dieses Programm denn nun eigentlich? Kurz gesagt, eine Gruppe interessierter Menschen, die auf irgendeine Art mit dem AFS verbunden sind (Gast- und Hopeeeltern; AFS-Mitarbeiter, ehrenamtlich oder hauptberuflich für AFS tätig; Lehrer, die einen AFS-er in der Schule betreuen etc.) findet sich zusammen, nimmt Kontakt zu einer anderen Gruppe in Europa auf und lädt diese nach Deutschland ein. Die Gäste werden privat untergebracht. Bei der Gestaltung des Aufenthalts gibt es keine Vorgaben, alles kann kreativ nach eigenen Vorstellungen arrangiert werden. Der Gegenbesuch findet einige Monate später statt. Es sollte darauf geachtet werden, dass jeder einmal Gast und einmal Gastgeber ist. Wer seinen Gast nicht in seiner eigenen Wohnung unterbringen kann muss für eine andere Möglichkeit sorgen. Jeder zahlt für seine eigene Reise, die Kosten während des Aufenthalts werden von den Gastgebern übernommen.

Gegenbesuch aus Kerava/Finnland Mai 06

Finnische Adams und Evas in Hamburg 


Nachdem wir, 10 ADAMs und EVAs aus Hamburg, im August 2005 AFS-Austauschfamilien in Finnland besucht hatten, die uns dort herzlich und großzügig eine abwechslungsreiche und interessante Woche boten, sahen wir deren Gegenbesuch mit Spannung entgegen: würden wir deren Erwartungen entsprechen können?  Der Wetterbericht war alles andere als Erfolg versprechend. Auch die Meinungen, wie viel gemeinsames Programm notwenig oder erträglich ist, waren geteilt.

"Unsere" Finnen kamen am Samstagmittag (29.4.2006) an und es ging erst mal in die Familien: bei uns Spargelessen, wenn das nicht typisch ist. Der erste Programmpunkt war schon ein Flop: Graeffs, ein uriger Bierladen hatte leider schon geschlossen, und an der Elbe brauten sich dunkle Wolken zusammen - also Kaffeetrinken und dann eine Autotour durch den Hafen. Zu unserer Überraschung war im Hafenmuseum echt was los: Dampfschwimmkran und Taucher in Action - na, immerhin. Und schon waren wir im Besitz der Eintrittskarten für die lange Nacht der Museen. Nach dem Besuch des Erotic Art Museums, einer Stärkung im "Puparsch" und der Besichtigung des Museums für Kunst und Gewerbe waren die Füße rund und wir völlig durchgefroren, doch hatten wir an diesem halben Tag immerhin schon einiges erlebt.

Der Sonntag begann mit einem Fischmarktbesuch (mit Eiergrog und Life Musik zum Frühstück bei Eier-Carl) und endet mit einem gemeinsamen "Tanz in den Mai".

Die folgenden Tage wurden durch den Wechsel von gemeinsamen Unternehmungen (unter vielem anderen Besichtigung des Rathauses, geführte Tour durch St. Pauli, Michelbesteigung, Kaffeetrinken und Abendessen aller bei Teilnehmern zuhause) und Ausflügen und Unternehmungen in kleinen Gruppen (Miniatur-Wunderland, Lübeck, Nordsee, Besuch im Pulverfass) bestimmt. Dass das Wetter total umschlug und wir schließlich strahlenden Sonnenschein und sommerliche Temperaturen hatten, hätte besser nicht kommen können.

Alster und Elbe zeigten sich von ihren attraktivsten Seiten, da brauchten wir als Gastgeber gar nicht viel dazuzutun. Beim Ausflug an die Nordsee mit Wattenmeer und Sandstrand von St. Peter Ording war die Stimmung so ausgelassen, dass uns die Wassertemperatur von nur 12 ° nicht an einem Sprung ins Meer hinderte.

Schließlich war die Einlaufparade der Museumsschiffe zum Hafengeburtstag am Tag der Abreise unserer Gäste auch für uns Hamburger herrlich. Wir haben es auch noch geschafft, bei Graeffs Getränkeshop die breite Vielfalt an Bieren zu bestaunen, den Tagesbedarf zur Abschiedsfeier und die entscheidenden Mitbringsel nach Finnland einzukaufen.

Ganz zum Schluss, beim Grillen und Abchillen im Garten hatten wir den Eindruck, dass dieser letzte Programmpunkt trotz der Vielfalt der gemeinsamen Aktionen auch den Finnen am besten gefallen hatte. Der Besuch des Ferienhaushauses in Lappland mit Sauna und See wurde uns dermaßen ans Herz gelegt, ob mit Mittsommersonne und/oder Nordlichtern im Winter, dass wir sicher sind, dass es in Zukunft weitere gegenseitige Besuche geben wird und wir den Kontakt zu Tiina und Jarmo über dieses Austauschprogramm hinaus aufrecht erhalten werden.

Ich denke, für die ganze Gruppe zu sprechen, wenn ich den Initiatoren und Organisatoren, die diesen Austausch möglich machten, ganz herzlich danke. 

Magrit (Maxi) Elsner

ADAM und EVA in Kerava/Finnland August 2005

Mit EVA und ADAM für eine Woche nach Finnland


EVA und ADAM, nein, das sind nicht die ersten Menschen, sondern ein Austausch für ältere aktive AFSer. Dieser Austausch wird von den Teilnehmern selbst organisiert und vorbereitet. Bevor es am Sonntag, den 31.Juli losging, hatten wir zwischen März und Mai Kontakt zu unseren Gastfamilien aufgenommen. Alle Teilnehmer hatten einen Fragebogen ausgefüllt, Fotos beigelegt und ein paar Zeilen geschrieben, um einen Eindruck von sich zu vermitteln. Im Juni hatten wir Hamburger uns noch ein Mal getroffen, um uns gegenseitig - besser - kennen zu lernen und zu klären, welche Ausflugsziele wir gern besuchen wollten und als Wünsche an unsere Gastgeber weitergeben wollten. Auch die Frage der Gastgeschenke, der Verständigung und Informationen zu Land und Leuten wurden erörtert. Ich fand das sehr hilfreich, weil ich vorher überhaupt keinen Kontakt zu Finnen oder Finnland hatte und ich nur wusste, dass Finnisch keine germanische oder romanische Sprache und daher schwierig für uns zu lernen ist.

Aber am 31. Juli ging es dann los: Birgit Flügge (HAMBURGER-Herausgeberin) war mit der Fähre gefahren. Während Helga Kaehlert und Maxi Elsner (beide Gastschülerbetreuung) mit ihren Ehemännern Gustav und Harald, Adelheid Nodop-Gillmann und ich (beide Gastmütter 04/05) um 6:45 gen Helsinki flogen, nahmen Ursula Tamchina (Elternbetreuerin) und ihr Mann Rainer einen späteren Flug. In Helsinki wurden wir von unseren Gastgebern abgeholt und nach Kerava gefahren. Kerava ist etwa  40 km von Helsinki entfernt und eine Stadt, die zwar auch viele Mietshäuser hat, aber auch Einfamilienhausviertel, die größtenteils aus Holzhäusern bestehen. Die Sehenswürdigkeiten, die uns gezeigt wurden waren zum größten Teil nur mit dem Auto zu erreichen, weil Finnland doch recht weitläufig und für unsere Verhältnisse dünn besiedelt ist. Aber Helsinki konnte man auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen.

Nachdem wir angekommen waren, verbrachten wir den Sonntag und Montag mit unseren Familien und trafen uns Montagabend zu einem gemeinsamen Essen bei einer Gastfamilie. Dienstag fuhr dann die ganze Truppe nach Helsinki und besuchte diese interessante und wunderschöne Stadt. Abends trafen wir uns wieder bei der Familie, bei der wir am Vorabend gewesen waren und hatten Gelegenheit, unsere Eindrücke auszutauschen und Verabredungen für die folgenden Tage zu treffen.

Bei diesen Abendessen zeigte sich, dass viele Familien nicht nur ein Mal, sondern häufig drei oder vier Mal Gastschüler aufgenommen hatten und dass der Kontakt unter unseren Austauschpartnern über das gemeinsame Engagement bei AFS hinausging.

Auch wenn wir viel Zeit mit unseren Familien verbrachten, hieß das nicht, dass wir nicht andere Hamburger sahen, denn die finnischen Familien verabredeten sich in verschiedenen Konstellationen und so lernten wir nicht nur die Strukturen und Gewohnheiten unserer Gastgeber kennen, sondern auch die anderer Familien. Das war sehr spannend, weil es "Gasteltern" mit sehr traditioneller Rollenaufteilung gab, meine Gasteltern aber sehr gleichberechtigt für die Hausarbeit und handwerkliche Tätigkeiten zuständig waren. Außerdem hatte in meiner Familie die Frau den höher qualifizierten Beruf. Da meine Gastgeber Ende Fünfzig waren, dachte ich erst, dass die Rollenverteilung in finnischen Familien fortschrittlicher ist, als in deutschen, aber es gab auch jüngere Paare, die sehr viel traditioneller lebten als meine Gasteltern.

Diese Erfahrung zeigte mir, wie wichtig es ist, dass auch unsere Gastschüler Kontakt zu verschiedenen Familien haben, damit sie sehen können, wie vielfältig Lebensweisen und Einstellungen auch in Deutschland sind.

Wir sahen nicht nur Helsinki, sondern noch viele andere beeindruckende Sehenswürdigkeiten. Aber es gab auch Ausflüge, auf denen Heidelbeeren gesammelt wurden, Spaziergänge, Anleitung im Nordic Walking und viele, viele Gespräche. Als ich nach Hause kam, hatte ich so viele Eindrücke gesammelt, dass ich dass Gefühl hatte nicht eine, sondern mindestens zwei Wochen verreist gewesen zu sein.

Im Mai werden unsere Gastgeber nach Hamburg kommen und ich bin sicher nicht die Einzige, die sich darauf freut, ihnen unsere schöne Stadt zu zeigen und eine Woche intensiven Austausches zu erleben!
Susanne Rautenberg (Gastmutter 2004/05)

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Mämmi und Blaubeerpflücken


Unsere Gastgeberin Tiina lächelte verschmitzt: "Und jetzt zum Abschluss gibt es eine finnische Spezialität, die man eigentlich nur zu Ostern isst: Mämmi!" Erstaunte Ahs und Ohs der Finnen in unserer Runde, denn wir schrieben den 2. August 2005. "Der eine oder andere Ausländer hat Finnland wohl schon fluchtartig verlassen in der Annahme, dass man in hier sein Essen zweimal verzehrt..." Die dunkelbraune Masse in den Dessertschalen sah wirklich etwas eigenartig aus, schmeckte aber mit einem Schuss flüssiger Sahne und etwas Zucker recht gut, etwa wie breiiges Pumpernickel.

Ja, das war nun ein Teil unserer interkulturellen Erfahrung in unserem EU-Partnerland Finnland. Wir, drei Ehepaare und drei Mütter aus dem Komitee HAM waren als ADAM-und-EVA-Gruppe  aufgebrochen, um ein wenig den Erfahrungen unserer Kinder und Gastkinder nachzuspüren: Wie fühlt man sich, wenn man in eine fremde Familie kommt und erst einmal kein Wort versteht? Was erscheint uns an den Gewohnheiten der Finnen merkwürdig? Was machen sie genauso wie wir? Auch unsere AFS-Erfahrungen hier und dort kamen natürlich zur Sprache. Daneben hatten unsere Gastfamilien aber auch ein tolles touristisches Programm aufgelegt, so dass die fünf bis sechs Tage (einige von uns hatten eine individuelle Weiterreise im Anschluss an den Aufenthalt in Finnland geplant) wie im Flug vergingen.

Wir waren privat in AFS-Familien in Kerava untergebracht, einer Kleinstadt etwa 30 Autominuten nördlich von Helsinki. Unsere Gastgeber hatten sich zum Teil einige Tage Urlaub genommen, so dass wir immer begleitet bzw. im Auto chauffiert wurden. In kleineren Gruppen besichtigten wir die Glasfabrik von Iitala, besuchten gleich zwei Orte, die zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurden: Suomenlinna, die Befestigungsanlage vor Helsinkis Küste und die alte Kartonfabrik Verla, dann das idyllische Städtchen Porvoo, die Fischerhütte des Zaren Alexander III. an den Stromschnellen von Langinkoski, usw.

Ein ganzer Tag war den Sehenswürdigkeiten Helsinkis gewidmet. Zusammen mit Tiina, Maija, Kielo, Markku und Riita liefen wir uns die Füße "rund" und gönnten uns ab und zu eine Verschnaufpause in der Straßenbahn. Am Abend gab es dann ein gemeinsames Treffen mit allen Familien, zu dem auch die Geschäftsführerin des AFS Finnland, Jatta Erlund, kam. Wir wurden noch einmal ganz offiziell begrüßt und erhielten einen kurzen Überblick über die AFS-Aktivitäten in unserem Gastland. 

Für die meisten von uns war der zweitägige Aufenthalt in den Sommerhäusern unserer Gastgeber der absolute Höhepunkt der Reise. Natur pur, Blaubeerpflücken, nette Gespräche mit viel Gelächter in großer Runde im Garten, natürlich der obligatorische Saunagang nach opulentem Abendessen und anschließend ein erfrischendes Bad im See -  wir wurden wirklich verwöhnt. Und bereits in diesen Tagen begannen wir, Pläne für den Gegenbesuch im nächsten Frühling zu schmieden. Eine echte Herausforderung angesichts dessen, was uns so geboten wurde!!! Eines ist aber bereits ganz klar: wir Hamburger werden uns mit Labskaus und Krabbenpuhlen revanchieren... :-)

Birgit Flügge

Wir fahren nach Finnland!

Rainer + Ursula Tamchina, Adelheid Nodop-Gillmann, Birgit + Harald Flügge, Harald + Maxi Elsner, Susanne Rautenberg, Helga + Gustav Kaehlert